7 FRAGEN AN SANJAY SAULDIE
Jahrgang 1970, Diplom- Mathematiker, Internet-Marketing-Stratege, Geschäftsführer der IROI Internet Return on Invest und Direktor des European Internet Marketing Institute and Academy.
Herr Sauldie, beschreiben Sie sich mit drei Stichworten: Genussmensch, Missionsträger, Weltverbesserer.
Wie sind Sie zum Thema Social Media gekommen? Social Media ist für mich schon seit Jahren eine stetige Ergänzung zur Website. Dann ist ein guter Freund von mir nach Australien ausgewandert und hat zum Thema Kontakthalten einfach nur gemeint: „Weißt du was? Ich mache das alles ab jetzt nur noch über Facebook“. Ich denke dann gleich weiter und frage mich, wie Unternehmen das für sich nutzen können. Und für mich wurde dann sehr schnell folgende Frage zum spannenden Knackpunkt: Wie monetarisiere ich das?
Verstehen Ihre Eltern was Sie machen? Anfangs sagten sie immer „der macht irgendwas im Internet“. Dann habe ich ihnen gezeigt, was ich konkret mache. Der Lehrer ist sozusagen zum Schüler geworden und umgekehrt. Aber dass sie verstehen, was ich mache, ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass sie verstehen, dass es wertvoll ist. Sie wissen, dass ihr Sohn Unternehmen dabei hilft, Kunden zu gewinnen. Und dass das wichtig ist, wissen sie auch aus ihrer recht analogen Welt.
Was sind die Top 3 Vorurteile gegen Social Media, die Ihnen bei der Arbeit mit Unternehmen begegnen? 1. „Ich will nicht, dass meine Mitarbeiter Zeit im Internet vergeuden“ 2. Die Angst vor Headhuntern 3. „Das ist eh nur Schnick Schnack für junge Leute, das ist nicht meine Zielgruppe“. Aber selbst für B2B-Unternehmen lasse ich das nicht mehr gelten, denn sie können Social Media dafür nutzen, die neue Generation zu rekrutieren.
Und umgekehrt, was sind die Top 3 Vorteile von Social Media für Unternehmen? Social Media ist sehr gut dafür geeignet, eine gute Reputation aufzubauen. Dann natürlich das Thema Kundengewinnung. Und: Mit Social Media ist ein Unternehmen dort, wo sich seine Zielgruppe tummelt. Mit diesem Austausch bleibt das Unternehmen up to date und für relevante, neue Trends sensibel.
Welche Eigenschaften muss aus Ihrer Sicht ein Social-Media-Mitarbeiter haben? Er muss die Bereitschaft haben, sich mit diesem Thema und Medium zu beschäftigen. Er muss kontakt- und experimentierfreudig sein. Und er muss eine große Charakterstärke haben, um sich nicht von diesem Thema einnehmen zu lassen, sondern immer eine kritische Distanz zu halten und darüber zu reflektieren.
Yahoo, Google, Facebook – was ist The Next Big Thing? Ich denke, in Deutschland ist das Zurückbesinnen auf echte Kontakte der Trend der nächsten Jahre. Es wird echte Netzwerke geben, die die sozialen Netzwerke auch in der Realität abbilden. „Jahreskundenveranstaltungen“ werden groß in Mode kommen. Ein anderer Trend ist Facebook. Die Seite wird auch noch mit einer Suchmaschine ergänzt. Social Media wird an Bedeutung verlieren – aber nur als Wort. Was man heute als Social Media bezeichnet, wird man in 10 Jahren nur noch Internet nennen. Dann denke ich, dass die Leute irgendwann nur noch eine Plattform haben wollen, auf der sie ihre Kontakte verwalten. Das Überportal wird kommen, vielleicht wird es Facebook werden.
Und wenn wir weiter in die Zukunft blicken: Wie sieht das Internet im Jahr 2020 aus? Alles wird viel mobiler sein, wir werden mobiler auf das Internet zugreifen. Alles ist miteinander vernetzt mit all seinen Vor- und Nachteilen. Es werden sich zwei Gruppen bilden: Die eine, die diese Transparenz und damit auch Überwachung toll findet. Und die andere Gruppe, die sich davon fernhalten wird. Ich denke, es wird eine gesellschaftliche Herausforderung, der jungen Generation unsere alten, klassischen Werte von Ehrlichkeit und Verantwortung zu vermitteln.
Herr Sauldie, wir danken Ihnen für das Gespräch.
